Kürbis-Apfel-Chutney
The Hungry Cat
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Kürbis, mon amour! Oder warte, hieße es nicht besser: Chutney, my greatest love of all? Nunja, gut, dass ich mich nicht entscheiden muss – denn ich liebe alle beide. Diese polyamouröse Beziehung lässt sich problemlos ausleben 😉

Das winterliche Chutney ist ein ein kulinarischer Seelenschmeichler und ein Passepartout in meiner Küche: Es passt immer. Zu Käse aus Milch oder Pflanzen, auf’s Brot oder als Dip für Nachos, Chips oder Cracker, als Salatzugabe oder zum Verfeinern von Bowls oder Eintöpfen.

Dazu ist ein Chutney eine perfekte Gelegenheit, Reste zu verwerten UND nachhaltig Vorräte anzulegen. Denn eingekocht ist es bis zu einem Jahr haltbar. Du kannst also ein Chutney ähnlich wie Marmelade für die Lagerung einmachen – oder es gleich kalt frisch verspeisen. Durch den hohen Gehalt an Zucker und Essig ist das Chutneys auch ohne einkochen ein paar Wochen im Kühlschrank haltbar.

Doch Einkochen ist eine wunderbare Methode, die ich gerade für mich wiederentdecke. Es ist leicht zu bewältigen für Eisteiger – und je tiefer man sich in das Einkochuniversum begibt, desto spezieller kann man seine Skills trainieren.

Einkochen ist so wunderbar nachhaltig, dass einem beinahe die Tränen kommen und ich mir dachte: „Warum kam ich da nicht schon eher drauf?“ Neben fermentieren und einlegen ist einmachen ein großartiges Tool in der Zero-Waste-Küche. Zu diesem Thema werde ich demnächst bestimmt mehr posten.

Doch nun zurück zum Chutney! Ich aß zum ersten Mal das süß-sauer-scharfe Kompott im Alter von etwa zehn Jahren in einem englischen Pub – und war dem Geschmack von da an für immer verfallen. Ich liebe die Kombination der sonst widersprüchlichen Geschmacksrichtungen und ebenso liebe ich jegliche Art von Saucen – Jackpot!

Jahrelang schleckte ich alle Chutneyschälchen beim Besuch von indischen Restaurants aus, denn aus Indien kommt das Chutney ursprünglich und wird dort gern zu Dosa, Appam oder Dal gegessen. Auch war kein Chutney in den Regalen von fernöstlichen Supermärkten vor mir sicher, durchprobieren war Pflicht.

Nun aber finde ich nichts schöner, als selbst ein Chutney zusammenzustellen oder es auf den Geschmack eines zu Beschenkenden zuzuschneiden. Ich habe für das letzte Weihnachtsfest zwei Rutschen Chutneys gemacht und verschenkt und hatte somit mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Ich hatte liebevoll selbstgemachte Geschenke und ich konnte alle Kürbisse und Äpfel in meinem Haushalt sinnvoll aufbrauchen.

Chutney eignen sich herrlich als Resteverwerter, man kann – fast – alles unterbekommen 😉 Deshalb lässt sich ein Chutney fantastisch saisonal und auch regional gestalten. In meiner Version verarbeite ich Kürbisse, die ich durch Foodsharing-Aktionen bekommen habe (danke auch an Marcin und Kuba von Loveburger), ich verwerte Äpfel, die mir meine Freundin aka mein Mond Katie aus ihrer nachhaltigen Gärtnerei mitgebracht hat (www.hecker-olching.de / www.katrinhecker.de / www.lheckerei.de) und die höllenscharfen Chilis sind aus dem Garten meiner Freunden Tina sowie aus meiner eigenen Ernte.

Im Frühjahr gibt’s dann eine der Jahreszeit entsprechende Version!

Zubereitung: 60 Minuten, Einkochzeit 180 min

The Hungry Cat
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Zutaten

Für ca. 8-10 x 200 ml Gläser!

  • 1 mittelgroßer Kürbis (750 – 1000 Gramm, z.B. Butternut, Muskat oder Hokkaido)
  • 3 – 5 Äpfel
  • 4 – 8 Zwiebeln mittelgroß bis klein, weiß oder rot oder gemischt
  • 1-2 Knoblauchzehen oder eingelegten Knoblauch
  • 2-4 Chilischoten (je nachdem, wie scharf ihr es mögt)
  • 20 g frischen oder eingelegten Ingwer
  • 1-2 Zitronen (optional)
  • 4 Karotten (optional)
  • 2-4 Zimtstangen
  • optional 2 EL Zimtpulver (für mehr Zimtgeschmack)
  • 1 TL Kurkuma
  • 1 TL Piment
  • Salz und Pfeffer
  • 250 – 400 g Zucker (je nachdem, wie süss ihr es mögt)
  • 50 ml Kokosnussöl
  • 150 ml Apfelessig
  • 200 ml Wasser

Anleitung

  1. Schneide die Zwiebeln in feine bis mittelgroße Stücke.
  2. Erhitze das Öl in einem großen Topf.
  3. Brate / Schwitze die Zwiebeln an, bis sie glasig sind.
  4. Verringere die Hitze etwas; schäle und würfle die Knoblauchzehen und gib den Knoblauch zu den Zwiebeln, brate beides weiter an.
  5. Schäle und würfle den Ingwer und gib ihn zu den Zwiebeln, brate beides weiter an.
    Optional: Schäle die Karotten, falls du welche zugeben willst, würfle sie und brate sie mit den anderen Zutaten weiter an.
    Optional: Reibe die Schale der Zitronen ab und gib sie dazu; presse den Saft aus und gib ihn dazu.
  6. Schäle den Kürbis und würfle ihn in ca. 1-2 cm große Stücke; gib den Kürbis mit in den Topf und brate alles unter gelegentlichem Rühren weiter an, bis der Kürbis weich ist.
  7. Gib die Gewürze dazu – Zimtstangen, Zimt, Chilis, Kurkuma, Piment, Salz und Pfeffer
  8. Gib die Hälfte des Wasser zu und reduziere es ein, bis der Topfinhalt fast breiig ist.
  9. Gib den Essig dazu und koche den Brei unter Rühren auf.
  10. Gib den Zucker dazu und koste immer wieder, bis es den gewünschten Süssheitsgrad erreicht hat.
  11. Schmecke nochmal mit Salz und Pfeffer ab, bis es deinem Geschmack entspricht.
 Gib auch gerne nochmal von den anderen Gewürzen nach, wenn es noch nicht gewürzt genug schmeckt – jeder hat verschiedene Vorlieben!
  12. Koche alles auf, bis es siedet, dann lass es etwas köcheln, bis es sämig und breiig ist. Wenn es zu fest ist, gib noch den Rest an Wasser hinzu. Nimm danach die Zimtstangen heraus.
  13. Wenn du das Chutney nicht einkochen willst, spüle die Marmeladegläser sehr heiss aus, befülle sie und verschliesse sie gut. Nun hält sich das Chutney ein paar Wochen im Kühlschrank!
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Einkochen

  1. Während das Chutney noch köchelt, fülle einen weiteren großen Topf mit Wasser und setze das Kuchengitter in den Topf — die Gläser dürfen den Boden des Topfes nicht direkt berühren, sonst explodieren sie.
  2. Bringe das Wasser zum kochen.
  3. Setze die Marmeladegläser sowie die abgeschraubten Deckel für 5 Minuten ins siedende Wasser (auf das Kuchengitter).
  4. Hole die Gläser mit einer Zange heraus und stelle sie auf ein leicht feuchtes, sauberes Küchenhandtuch – fasse die Gläser nicht mit deinen bloßen Händen an, um Verbrühen und Kontamination zu vermeiden!
  5. Fülle das noch heisse Chutney mit dem Trichter und der Schöpfkelle in das Glas, lasse drei cm Platz bis zum Rand.
  6. Verschliesse das Glas feste; benutze ein weiteres sauberes Küchenhandtuch dafür und berühre das Glas möglichst nicht mit den Fingern.
  7. Setze die gefüllten und FEST verschlossenen Chutney-Gläser vorsichtig mit Hilfe der Zange und der sauberen Schöpfkelle in den Topf auf das Gitter – die Gläser dürfen den Boden des Topfes nicht direkt berühren, sonst explodieren sie. Nicht schön!
  8. Alle Gläser sollten unter Wasser sein, du kannst auch eine zweite Lage draufstapeln. Die oberen sollten allerdings mindestens zu 2/3 im Wasser sein.
  9. Falls die Gläser aufsteigen, lege weiter leere Einmachgläser darauf, um sie zu beschweren – sie sollen nicht im Topf herum schwimmen können.
  10. Verschliesse den Topf mit einem Deckel und koche die Gläser zwei Stunden lang.
  11. Nimm nach der abgelaufenen Zeit – immer mal wieder checken, ob alles noch im grünen Bereich ist – schaltest du den Herd aus und nimmst du die Gläser vorsichtig mit der Zange heraus und stellst sie auf das Handtuch. Die Deckel sind nun leicht nach innen gewölbt; dies zeugt von einem Vakuum im Glas.
  12. Nun ist das Chutney im Kühlschrank oder an einem kühlen und dunklen Ort bis zu einem Jahr haltbar.
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